Und immer wieder Heddingheimer Straße

DruckversionDruckversion

Und immer wieder "Heddingheimer Straße".
Auch heute  hat das Thema Heddingheimer Straße wieder Einzug in die lokale Presse gefunden. Grund ist ein kurzfristig erteiltes Halteverbot in der Herderstraße, um das hohe Verkehrsaufkommen, hauptsächlich vom Globus Markt,  von der Heddingheimer Straße über die Goethe- und Herderstraße abfließen zu lassen.

Anlieger der Herderstraße dürfen nun zwischen 8.00 und 20:00 Uhr ihr Fahrzeug nicht mehr auf den sonst öffentlichen Parkplätzen abstellen. Im Gespräch mit dem Kreisblatt äußerte Anlieger Horst Schmidt Zweifel an der Vorgehensweise. Darf die Stadt allein aus kommerziellen Interessen des Marktes zu solchen Maßnahmen greifen, fragt sich Schmidt.

Er wirft aber noch eine weitere interessante Frage auf - die Frage nach der Baugenehmigung, die der Globus Markt für seine Umbaumaßnahmen und vor allem den Bau des Parkhauses erhalten hatte. "Eine Baugenehmigung haben die Betreiber für den Umbau gebraucht. Ob man diese hätte verweigern können mit der Begründung, die Zufahrt sei nicht ausreichend, wäre die Frage." - meint dazu das Kreisblatt.

Man könnte die Frage auch umgekehrt stellen: Ob eine Baugenehmung wohl angesichts der nicht geklärten Verkehrsproblematik  überhaupt hätte erteilt werden dürfen?  Denn: Bei der Genehmigung der Parkläche mit insgesamt 600 Plätzen,  inklusive eines Parkhauses, gilt das im Baugesetzbuch § 34 verankerte Gebot der nachbarlichen Rücksichtnahme.

Interessant ist sicher auch die Frage: Was hat eigentlich Globus veranlasst, 17 Millionen Euro in den Standort Hattersheim zu investieren, inklusive des Baus eines Parkdecks - wo doch bekannt war, dass die Verkehrssituation an der Heddingheimer Straße, vorsichtig gesprochen, angespannt  war und ist. Bei einer solchen Investitionssumme muss davon ausgegangen werden, dass die Planer die Gegebenheiten ganz genau unter die Lupe genommen haben. Und natürlich im Jahr 2011 auch schon feststellen konnten, dass die Heddingheimer Straße eine Sackgasse ist, durch die sich an nomalen Tagen rund 8000 eigene Kunden, vor Feiertagen gerne auch ma. 14 000 Kunden quälen müssen. Hatten die Planer hier tatsächlich 17 Millionen Euro investiert, ohne die Verkehrssituation im Blick zu haben? Einfach mal so, nach dem Motto "Wird schon"?

MIx am Mittwoch hatte damals geschrieben:Die Unterstützung und das herzliche Willkommen hier in Hattersheim waren für uns ganz wichtig“, bedankte sich Geschäftsleiter Thomas Hewer bei der Wirtschaftsförderung der Stadt. „Ohne diese wäre es uns nämlich nicht möglich gewesen, unsere Vorhaben, die neuen Arbeitsplätze zu schaffen, so schnell bzw. überhaupt zu realisieren. Nicht an allen Orten sei diese Unterstützung selbstverständlich“, sagte Hewer abschließend.

Bei der Umsetzung des Globus-Parkhauses werden ganz entscheidend auch die Bauhaus-Pläne eine Rolle gespielt haben. Seit 209 war Reinhard Milferstedt mit der Stadt Hattersheim im Gespräch über die Ansiedlung des Baumarktes. Dass das Vorhaben auf Zustimmung stoßen werde, war sich Milferstedt ziemlich sicher. Im Zuge der Ansiedlung sollte eben auch die Heddingheimer Straße ausgebaut werden und so die Zufahrt vom Kreisel, am Friedhof vorbei, gewährleistet werden.

Das wäre auch für Globus und seine 17-Millionen-Investition die Lösung gewesen.

Kamen die Milfert´schen Straßenbaupläne zufällig für Globus gerade recht?

Dass für die Baumarkansiedlung ein Zielabweichungsverfahren notwendig war, dass noch längst nicht in trockenen Tüchern war, war bekannt. Dennoch hatte Globus  17 MIllionen Euro mit Blick auf eine unsichere Dritt-Planung investiert.  Oder hatte sich Globus auf den Ausbau der Straße verlassen können und hält eine verbindliche Zusagen  für einen Ausbau der Straße in der Hand?

Dass der Ausbau der Heddingheimer Straße mehr als nur gewünscht war/ist, lässt sich in den Haushaltsplänen der Stadt gut nachvollziehen. Seit dem Jahr 2011 - also längst vor der Entscheidung der Regionalversammlung zum Baumarkt-Projekt - werden in jedem Haushalt Mittel  für den Ausbau der Heddingheimer Straße eingetragen und Straßen-und auch Erschließungsbeiträge einkalkuliert. 

Mit dem vorläufigen Ende der Baumarkt-Pläne ergibt sich nun eine echtes Problem: Wer, wenn nicht der Baumarkt, soll nun den Ausbau der Straße bezahlen? Sollte es schriftliche städtische Zusagen zu einem Ausbau geben, wer soll diese jetzt umsetzten? Die Stadt hat kein Geld und darf Investitionen nur vornehmen, wenn die Finanzierung gesichert ist.

 

 

 

 

tweetbutton: