Her Majesty is not amused

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Nein, dies gilt nicht nicht dem britischen Prinzen Harry sondern Antje Köster, wenn man den Veröffentlichungen des HK Glauben schenken darf.

Nicht schlecht gestaunt müssen doch diverse Leser des Höchster Kreisblattes vom 20.08.2012 haben,  als sie unter der Überschrift

"EXTRA Köster ist verärgert über Gerüchte"

nachlesen mussten, dass "das Gerücht von der Schließung des Schwimmbades zum Selbstläufer geworden sei!"

Doch hier zunächst mal der Inhalt des HK im Wortlaut:
Zitat HK: "Das Freibad bleibt vorerst geöffnet. Diese Nachricht dürfte alle Wasserratten beruhigen, die von der bisherigen Diskussion über Einsparungen beim Schwimmbetrieb verunsichert waren. Laut Rathauschefin Antje Köster (SPD) ist das Gerücht von der Schließung des Schwimmbades nämlich zum Selbstläufer geworden."

Der Leserbrief im HK vom "Verärgerten Bürger" meint dazu:
"Ein Fall von Amnesie?
Die Bürgermeisterin rüffelt die eigene Partei. Immerhin war es der Parteikollege, Fraktionsvorsitzende der SPD, Philipp Neuhaus, der den Prüfantrag zum Schwimmbad rausgehauen hat und das Freibad in Frage gestellt hat. Bedenklich ist, dass den Bürgern seitdem gebetsmühlenartig erklärt wird, dass niemand vorhat das Schwimmbad zu schließen."

Pro-Hattersheim fragt: Wo bitte gibt es hier ein Gerücht?
Gerüchte sind gemäß den Definitionen des Duden folgende Begrifflichkeiten zugeordnet: Scheißhausparole, Latrinenparole, Klatschgeschichte, Gerede oder auch irreführende, falsche Behauptungen! Nachzulesen beim Duden-online.
Doch wird Antje Köster Ihrem eigenen Fraktionsvorsitzenden Philipp Neuhaus vorwerfen, er hätte mit seinem Prüfungsantrag in der Stadtverodnetenversammlung unter Drucksache 180 "Gerüchte in die Welt gesetzt" oder gar irgendwelche "Scheißhausparolen veröffentlicht?"
Wohl kaum...das dürfte, selbst für eine "unter Dauerstress stehende Antje Köster" doch etwas weit gegriffen sein.

Zitat HK: "Die Bürgermeisterin will sogar gehört haben, dass einige Gäste 2012 keine Saisonkarten kauften, weil sie das Ende des Bades erwarteten – und deshalb nach Kriftel ausgewichen seien."

Pro-Hattersheim fragt: Wo nimmt Frau Köster denn diese Information her?
Gemäß dem schon zitierten Duden gehört diese Formulierung zu den maximal möglichen Termini zur Verbreitung eines Gerüchtes und reiht sich dann nahtlos ein in "solche Erfolgsstories" wie die des Herrn Koch, der in der Welt mit dem Titel "Roland Koch will einen Weckruf gehört haben" zitiert wird! 

Zitat HK: "Deshalb gab Antje Köster nun Entwarnung: Es habe niemand gesagt, dass das Freibad geschlossen werde,"

Der "Verärgerte Bürger" im Leserbrief des HK fragt:
Dass die Bürgermeisterin das Freibad selbst auf die Liste der Grausamkeiten für den kommunalen Schutzschirm sezten ließ hat sie wohl vergessen. Nach wie vor steht die Schließung des Bades als Sparvorschlag im Haushaltssicherungsplan. Das kann jeder selbst nachlesen: http://hattersheim-schutzschirm.de/downloads/Haushaltssicherungskonzept_sortiert.pdf

Pro-Hattersheim fragt: Und wozu werden dann seitenlange Artikel mit präzisen Vorstellungen des Herrn Neuhaus über die Presse veröffentlicht?
Nur um es nochmal kurz in die Erinnerung zurück zu rufen: Herr Neuhaus hat den Prüfungsantrag gestellt, Herr Heuhaus hat diesen Antrag (eine Woche später) entsprechend öffentlich kommentiert und darin zum Beispiel eine Wohnbebauung des Schwimmbadgeländes als Alternativnutzung genannt. Alles schon vergessen?
Aber lassen wir doch die Presse zu Wort kommen: "Aber auch eine Privatisierung (wie bei der Rhein-Main-Therme in Hofheim), das Schwimmbad-Grundstück zu verkaufen, um Wohnungen zu bauen, oder eine abgespeckte Version beispielsweise nur für Kleinkinder zum Schwimmenlernen (die Erwachsenen könnten das Krifteler Parkbad nutzen) kommen in Frage." Zitat Philipp Neuhaus, Fraktionsvorsitzender der SPD in Hattersheim und Parteifreund der Bürgermeisterin. Alles schon vergessen Frau Köster?

Zitat HK: "Auch im nächsten Jahr sei definitiv keine Schließung zu befürchten, betonte die Verwaltungschefin. Wenn es Pläne gebe, das Schwimmbad kurzfristig zu schließen, würde es nicht in der Haushaltsplanung für die Jahre 2013 und 2014 auftauchen, so die Bürgermeisterin. ( sas)"

Pro Hattersheim vermutet: Nun, da weiß Frau Köster sicher mehr als wir, steht sie doch im direkten Kontakt zum Kreis und zum Land und wer weiß, zu welchen Zugeständnissen sie den zukünftigen "Sparkommissar" des Landes schon hat überreden können. Und wenns dann doch nicht klappt und das Schwimmbad trotzdem geschlossen werden muss, dann ist es eben so wie mit Antje Kösters vollmundigem Wahlversprechen: "Mit uns wird es keine Erhöhung der Grundsteuer geben!"

Der "Hattersheimer Bürger" bringt es in seinem Leserbrief ganz anders rüber:
Und ob Antje Köster nach der Flucht unter den Rettungsschirm überhaupt noch etwas mitzureden hat über Öffnung oder Schließung des Bades ist mehr als fraglich. Denn diese Entscheidungen werden dann ganz sicher nicht mehr von einer Bürgermeisterin Köster gefällt sondern vom Sparkommisar in Wiesbaden.
Insoweit kann Antje Köster verärgert sein wie sie mag...who cares

Ja, so wie es den Fakten nach aussieht, hat Antje Köster mehr als nur Grund dazu "not amused" zu sein, und dies gilt ganz sicher auch für den SPD Fraktionsvorsitzenden, auch wenn er vielleicht als Einziger hier mal ein offenes (und vor allem ehrliches!)  Wort gewagt hat, während sich der Rest der Hattersheimer SPD inklusive ihrer "Altlasten" und ihrer "Lichtfigur" vergeblich um Irritaion, Zerstreuung, Ablenkung oder Verharmlosung bemüht. Koste es, was es wolle. 

Aber wie schon eingangs formuliert: diese Statements des HK-Artikels sind kaum auf dem Mist der Antje Köster gewachsen, sondern entsprechen eher dem hinlänglich bekannten Stil der städtischen Pressesprecherin. Vielleicht wäre es ab und an sinnvoll, sich auch als Pressesprecherin mal wieder den Duden vorzunehmen, die Begrifflichkeiten zu sortieren, die eigene Aussage mal zu hinterfragen, bevor man die eigene Chefin derart gegen die Wand fährt.
Aber das sollte besser Antje Köster mit ihrer Mitarbeiterin klären.

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