Antworten des Magistrats zu den Bürgervorschlägen

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Vorschläge nicht verstanden, Unterstützung nicht gewollt und manchmal ganz einfach frech gelogen!

Ja, das ist das traurige Resumee nach Durchsicht der Magistratsantworten auf www.hattersheim-schutzschirm.de.

Ist das wirklich alles meine Damen und Herren Magistratsmitglieder?
Oder hat die Beantwortung dieser Fragen der Verwaltungs-Azubi aus dem dritten Lehrjahr innerhalb seiner Mittagspause erledigt?

Zumindest aus der qualitativen Betrachtung der abgegebenen Amtworten erscheint Letzteres die höhrere Wahrscheinlichkeit zu haben. Das, was dort zu lesen ist, reicht bei einer Abi-Klausur für maximal 3 Punkte; aber auch nur wenn man es wirklich gut mit dem Schüler meint.

Aber nehmen wir uns doch mal kurz die absoluten Highlights dieses "Werkes von Magistrats Gnaden" im Detail vor:

Vorschlag: Kostenlose Sperrmüllentsorgung

Ich schlage vor, die derzeit wöchentlich durchgeführte kostenlose Entsorgung von Sperrmüll einzustellen. Auf dem Bauhof würde ich die Entsorgung weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen. Durch diese Massnahme entfallen Materialkosten für Autos und Benzin der Stadt Hattersheim. Aus Erfahrung kann ich berichten, dass dies sehr gut funktioniert in Berlin. Entrümpelungen vor Ort werden dort auch durchgeführt, jedoch gegen ein Entgeld. Sollte diese Streichung zu drastisch erscheinen, wäre die Sperrmüllabfahrung in einem grösseren Intervall als derzeit wöchentlich immer noch kostensenkend.

Annette Leyh aus Hattersheim , 12.07.2012 23:12

Antwort des Magistrats: Eine Änderung des Leerungsintervalls der Sperrmüllentsorgung kann im Zuge der nächsten Müllabfuhrausschreibung (2014) berücksichtigt werden.

Hat der "Bearbeiter" hier schlichtweg den Vorschlag nicht verstanden? Hier geht es Kosten, um Einsparungen wenn man den Sperrmüll nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellt (Bauhof ausgenommen) sondern für diese Entsorgungsform Gebühren anrechnet. Doch da hat der Azubi wohl nur den letzten Satz gelesen und sich nur der Intervallfrage gestellt. 
Genial daneben....Thema verfehlt!

Vorschlag: Projektbearbeitung

Nachdem mehrere Bauprojekte in den vergangenen Jahren zeitlich bzw. finanziell vollkommen aus dem Rahmen gelaufen sind oder unter Zeitdruck ohne Altelnativen verabschiedet wurden, sollte ein funktionierendes Projektmanagement eingerichtet werden. Die Richtlinien dazu sind allgemein bekannt, das geht ohne Mehraufwand der Verwaltung und fördert die Transparenz.

Gerhard Unger aus Okriftel , 09.07.2012 09:04

Antwort des Magistrats: Die Baumaßnahmen des Hoch- und Tiefbaues werden grundsätzlich durch ein   umfassendes und funktionierendes Projektmanagement begleitet.   Der Sachstand des jeweiligen Projektmangements wird im Rahmen des Bautensachstandsberichtes dem Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr in jeder Sitzung vorgelegt.

Na, das darf doch stark bezweifelt werden. Wie bitte kommt es denn sonst zu den von Herrn Unger zu Recht angemahnten  "Fehlleistungen" wie z.B. die Kostenexplosion bei der energentischen Sanierung der KiTa St Martinus oder dem Mühlenquartiers-Brücken-Fiasko? Wenn dies aus Sicht des Beantworters ein "funktionierendes Projektmanagement" sein soll dann kann man einem vor der städtischen Zukunft nur Angst und Bange werden. 
Nein...diese Aussage ist wohl eher mit dem Prädikat  "Glatt gelogen" zu versehen...es sei denn das die Magistratsmitglieder wirklich der Auffassung wären, das dies ein Ausdruck funktionierenden Projektmanagements wäre

Vorrschlag Wirtschaftsförderung: Austausch Stadt-Gewerbeverein

Entnommen aus der Liste der Bürgervorschläge der Webseite hattersheim-direkt.de:

-Der Austausch zwischen Gewerbeverein und Stadt sollte intensiviert werden. Es sollten regelmäßige Gesprächsrunden zwischen dem Verein und der Wirtschaftsförderung der Stadt geben, bei denen auch über mögliche städtische Großprojekte (Beispiel Ansiedlung Bauhaus) debattiert wird. Solche Projekte dürfen dem ortsansässigen Gewerbe nicht erst durch die Zeitung bekannt werden.

Antwort des Magistrats: Diese Gesprächsrunden mit dem Vorstand des Gewerbevereins und der Bürgermeisterin finden seit 2012 regelmäßig statt.

Wie bitte? Frau Köster unterhält sich seit 2012 regelmäßig mit dem Gewerbeverein? Über was denn bitte? Vielleicht über die Schwierigkeiten einen  langen Schal zu stricken? Das würde wenisgtens erklären wie es in Bezug zum Thema "Bauhaus-Ansiedlung" dann zu erbosten Reaktionen der Hattersheimer Einzelhändler und den kritischen Fragen des Hattersheimer Gewerbevereins hat kommen können. Nachlesen kann man dies zum Beispiel hier. Da Pro-Hattersheim nicht davon ausgeht, das Antje Köster als "Strickexpertin für Endlos-Schals" mit dem Gewerbeverein über die Farbgestaltung von Schals gesprochen hat  verdient dieses Statement des Magistrats auch nur das Prädikat "Glatt gelogen!"

Vorschlag: Opel als Dienstwagen der Bürgermeisterin

Entnommen aus der Liste der Bürgervorschläge der Webseite hattersheim-direkt.de:
-Die Bürgemeisterin sollte einen Opel als Dienstwagen fahren. Das ist kostengünstiger und symbolisiert die Verbundenheit mit dem Automobilhersteller der Region. Darauf hatten sich die Bürgermeister der Mainschiene schon einmal geeinigt, Antenbrink, Franssen......

Admin hattersheim-direkt.de aus Hattersheim , 02.07.2012 12:13

Antwort des Magistrats: Unter den verschiedenen Angeboten einschl. Opel stellt Audi das wirtschaftlichste Ergebnis dar.

Wie bitte? Ein Audi soll wirtschaftlich günstiger sein als die anderen Fahrzeughersteller? Das kann man sicher nur den Bürgern auf einer städtischen Webseite zu vermitteln versuchen; einer klaren Überprüfung hält diese Aussage definitiv nicht stand. Jeder Firmenwagen-Fahrer In Industrieunternehmen steht alle 3 Jahre vor der Entscheidung sich ein neues Fahrzeug aussuchen zu müssen und vergleicht natürlich die Fahrzeuge und ihre Leasingraten. Und wenn Audi da regelmäßig allein schon aufgrund der Servicepauschale das teuerste Leasingangebot darstellt, ist eine solche Aussage auch nur mit dem Prädikat "Glatt gelogen"  abzulegen 

Vorschlag: Straßenbeleuchtung LED

Entnommen aus der Liste der Bürgervorschläge der Webseite hattersheim-direkt.de:
-Bei 350.000 Euro Stromkosten für die Straßenbeleuchtung sollte umgehend damit begonnen werden, die vorhandenen Natrium/Quecksilberdampf-Lampen gegen LED Lampen auszutauschen. Bei einem vollständigen Austausch ließen sich hier 50-60% des vorhandenen Strombedarfs einsparen, mithin 175.000 bis 200.000 Euro per annum.

Admin hattersheim-direkt.de aus Hattersheim , 02.07.2012 12:08

Antwort des Magistrats: Es wurde bereits begonnen, die Straßenbeleuchtung Schritt für Schritt auf LED bzw. effiziente Leuchtmittel umzustellen.

Ach? Jetzt wird es aber spannend....wo denn bitte lieber Magistrat? In Okriftel wurden die vorhandenen Quecksilberdampf-Lampen (weißes Licht) gerade erst im Frühjahr gegen Natriumdampf-Lampen (gelbes Licht) ausgetauscht. Beide Lampenformen sind extreme Stromfresser (die Verbrauchswerte unterscheiden sich nur marginal) Die neuen Lampen auf dem Posthof/Marktplatz sind ebenfalls keine LED Lampen die als einzige wirklich die signifikante Einsparung bei den Stromkosten herbeiführen könnten. Und wo bitte sind dann die 40% Kostenbeteiligung des BMU bei Austausch der Lampen gegen LED`s im Haushalt zu finden?
Sorry verehrter Magistrat, aber da ist wohl nur der Wunsch der Vater des Gedanken. Prädikat: "Glatt gelogen!"

Vorschlag: Räumliche Konzentration der Verwaltung

Entnommen aus der Liste der Bürgervorschläge der Webseite hattersheim-direkt.de:

-Ziel: Erhöhung der Einnahmen bei Stadt und HAWOBAU durch den Verkauf von Gebäuden/Grundstücken. Maßnahme: Anmietung von Büroflächen und Umzug der Stadtverwaltung in den Innovationspark Hattersheim. Verkauf der diversen Rathausgebäude in den 3 Ortsteilen. Begründung: Räumliche Konzentration der Verwaltung im Innovationspark. Das hilft, die Arbeitsabläufe in der Verwaltung zu optimieren und schafft moderne Arbeitsbedingungen. Sollte nicht genügend Platz in den vorhandenen Gebäuden leer stehen, sind Gespräche mit der Pensionskasse zu führen, um den Bau eines dritten Gebäudes herbeizuführen.

Admin hattersheim-direkt.de aus Hattersheim , 02.07.2012 12:05

Antwort des Magistrats: Die damit zusammenhängenden Fragen und finanziellen Auswirkungen werden zurzeit eingehend geprüft.

Ach? Die werden zu Zeit geprüft? Dann muss sich diese Überprüfung aber sehr effektiv als "Undercover-Prüfung" getarnt haben, denn außer dem Verfasser dieser Magistrats-Antwort weiß wohl noch niemand von dieser Prüfung. Aber es lässt hoffen!
Und wenn alles gut geht kommt dann auch hoffentlich etwas besseres dabei raus als beim Bau der Fußgängerbrücke über den Schwarzbach im Mühlenquartier...denn dort wurden ja NUR 5 Jahre geplant um dann eine Fußgängerbrücke für eine satte halbe Million Euro hin zu bekommen

 

Soviel erst einmal zum Themenschwerpunkt  "Stadtentwicklung, Finanzen, Verwaltung, öffentliche Gebäude" Sicher gibt es noch andere Punkte die jeder Leser hier selbst noch einmal aufführen und bewerten kann.

Wenn diese Antworten wirklich das Ergebnis einer Vorprüfung des Magistrats der Stadt Hattersheim darstellen sollen so muss man sich ernsthaft Gedanken um den Fortbestand dieser Kommune machen. Denn noch substanzloser, noch weniger begründet ist fast schon nicht mehr denkbar. Aber vielleicht ist das ja auch gerade Sinn und Zweck der Übung: eigentlich will man ja gar nicht den Bürger mit ins Boot nehmen sondern weiter wurschteln wie bisher. 

 

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