Kritik der FWG an Bürgerwerkstätten

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Freie Wähler ziehen negative Bilanz der ersten Bürgerwerkstatt

So stand es heute im HK vom 08.08.2012 zu lesen. Und dies, nach Ansicht von Pro-Hattersheim, in jeder Hinsicht zu Recht!
Aber hier die Kritikpunkte der FWG in Einzelnen:

  1. "So bezeichnete Spengler den Hinweis von Antje Köster (SPD) auf anonyme Bürgervorschläge gleich zu Beginn der Veranstaltung als absolut falsch, deplatziert und demotivierend zugleich." Weiter heißt es: "Die Bürgermeisterin ist wohl nicht bereit anzuerkennen, dass es im Kern um zielführende Vorschläge geht, die beispielsweise auch von Mitarbeitern der Stadt eingereicht wurden, die jedoch namentlich aus nachvollziehbaren Gründen nicht genannt werden wollen."

    Diese Kritik besteht vollkommen zu Recht: Hätte Antje Köster sich einmal die Mühe gemacht, das erste und erfolgreichste Bürgerbeteiligungsportal unter www.hattersheim-direkt.de mal zu besuchen um dort selbst einen Vorschlag einzureichen, hätte ihr auffallen müssen, das sie dort auch namentlich erfasst wird und ihre Mailadresse auf Gültigkeit geprüft wird (darauf verzichtet das städtische Portal unter www.hattersheim-schutzschirm.de ebenso, wie auf eine aktive "Anti-Spam-Maßnahme" bei der Abgabe der eigenen Vorschläge) Natürlich hat das Portal www.hattersheim-direkt.de ALLE Informationen zum eingereichten Vorschlag, wird diese aber schon allein aufgrund des "Schutzinteresses von Daten der Bürger und insbesondere den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der von Ihnen eingereichten Vorschläge"  an Dritte (und dazu gehört eben auch der Dienstherr) weiterreichen.
    Es wäre Antje Köster DRINGEND anzuraten, sich mit den formalen Rahmenbedingungen zur Erhebung von Daten unter Berücksichtigung eines Bundesdatenschutzgesetzes auseinander zu setzen, bevor sie vor versammelter Bürgerschaft solch wenig qualifizierten, und von tiefer Unkenntnis der Materie gezeichneten Statements abgibt.

    Das diese "Motivationsbremse" und "Negativkritik" gerade von Antje Köster kommt wundert indes wenig; hätte sie sich doch sonst mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass 3/4 aller gemachten Vorschläge entweder vom Bürgerportal www.hattersheim-direkt.de oder von Bürgern der Initiative Pro-Hattersheim kommen, was ganz sicher nicht ins sorgsam vorbereitete, politische Kalkül passt und kein besonders gutes Bild auf Antje Köster und ihre Verwaltung wirft.
     

  2. Als absolut unzureichend bezeichnete Spengler, dass man den Bürgern keine vorbereiteten und auf die jeweiligen vier Arbeitsgruppen abgestimmten Sachinformationen zur Orientierung mit auf den Weg gegeben habe. "Auf einer Seite zusammengefasste maßgebliche Haushaltseckpunkte oder Hinweise auf Einsparvolumina hätten wesentlich bessere Dienste erfüllt als die schwerbekömmliche Kost des gesamten Haushalts mit mehreren hundert Seiten" so das Zitat des HK weiter.

    Auch hier die klare Zustimmung zur Kritik der FWG: Nicht nur das es hier keine logisch nachvollziehbare Struktur der  Haushalts-Eckpunkte gab, die dem interessierten und engagierten Bürger vorgelegt wurden; nein, selbst auf die vielfach gestellten Fragen der Bürger wusste Herr Roser von der Stadtkämmerei nur mit immer neuen Wiederholungen seines Eingangs-Statements zu antworten, das das ja alles viel zu komplex, und deshalb hier nicht vermittelbar sei. Ich erinnere mich nur an sein etwas irritiertes Gesicht, als dann Antje Köster das Wort an sich zog und hier versuchte, in die Bresche zu springen was bei Herrn Roser ein deutlich sichtbares Unbehagen auslöste
     

  3. "Wie kann es denn sein, dass auf die gleiche Anfrage über die Höhe einer Summe eine Arbeitsgruppe rund 500 000 Euro genannt bekommt, die andere die Summe von 170 000 Euro?", will Spengler wissen. Zumal es sich bei dem Antwortenden um ein und dieselbe Person gehandelt habe.

    Nicht nur "habe"...sondern definitv hat! Dafür gibt es aus dem Arbeitskreis 1 die Anzahl von 16 Zeugen. Aber auch das ist nicht alles, denn Pro Hattersheim stößt an dieser Stelle noch etwas viel Entscheidenderes auf:
    Wie kann es denn sein, das alle Arbeitsgruppen die Vorschläge aus dem Portal hattersheim-schutzschirm zur Verfügung gestellt bekommen haben um über die dort gemachten Vorschläge zu diskutieren, nur der von Herrn Strunk geleitete Arbeistkreis 1 (Finanzen) nicht? Wer hat den POOL-Moderator dazu ermächtigt, hier einfach "nach Gutsherren-Art" sich über das offiziell verkündete Prozedere hinweg zu setzen? Oder waren es schlicht und ergreifend die dortigen Vorschläge, die so angsteinflößend waren, das man sie erst gar nicht diskutieren wollte? Ist das wirklich formal korrektes Verhalten für eine Bürgerwerkstatt?

     

  4. "Außerdem ist der FWG-Fraktionschef nicht zufrieden mit der Qualität der Arbeit des Moderatorenteams. Anstatt drei Themenschwerpunkte jeweils zu drei unterschiedlichen Terminen anzugehen, hätten es Beteiligte seiner Meinung nach begrüßt, an diesem Abend zu allen drei Themenfeldern ihre Vorstellungen einbringen zu können."

    Zufrieden kann mit diesem Moderatoren-Team sicherlich niemand sein; der deutlich herrausragende "Glanzpunkt" dieses Teams lag wohl recht eindeutig in einer absolut mangelhaften Vorbereitung, dicht gefolgt von solchen "highlights moderatorischen Unvermögens" einen deutlich formulierten Vorschlag auch wortgetreu an die Pinwand zu schreiben, sondern diesen Vorschlag gleich verbal zu bewerten und umzuformulieren, sodaß vom eigentlichen Vorschlag nichts mehr übrig blieb. Wenn ein Moderator in einer solchen Werkstatt aus dem geäußerten Vorschlag "Privatisierung des städtischen Bauhofs und Überführung in eine Service-GmbH"  eigenmächtig ein "Privatisierung städtischer Leistungen " macht dann spricht das eine eigene Sprache. 
    Ob die ca 20.000€ Kosten für das POOL Team wirklich sinnvoll eingesetzt wurden darf anhand solcher Schnitzer doch klar bezweifelt werden. Hier gäbe es für die Stadtverwaltung doch einen ersten, greifbaren Einsparungsbetrag in dem man sich solcher "Teams" zukünftig nicht mehr bemächtigt sondern schlicht und ergreifend mit den Bürgern direkt diskutiert.

     

  5. "Abschließend warnt Spengler den Magistrat davor, aus Fehlern nicht lernen zu wollen und die nächsten zwei Bürgerwerkstätten nach dem gleichen "Schema-F" ablaufen zu lassen. Für diesen Fall, kündigt Spengler bereits an, würden die Freien Wähler neue Wege gehen und beispielsweise alternative Informationsveranstaltungen auf der Basis von Bürgerbündnissen anstreben."

    Absolute Zustimmung zum Vorschlag von Herrn Spengler: ein weiterer Flop wäre der ganzen Sache sicher nicht zuträglich; deshalb an dieser Stelle die deutlich formulierte Unterstützung seitens Pro-Hattersheim und seiner Bürger. Pro-Hattersheim wird eine solche Aktion ganz sicher unterstützen....und ganz nebenbei: die Stadthalle gibts ja dann auch umsonst, denn als eingetragener Verein ist die FWG von Gebühren zur Stadthallenbenutzung ja befreit. Wenigstens noch...denn das könnte sich ändern wenn die Vorschläge der Stadtkämmerin Antje Köster greifen und dann solche Vergünstigungen von heute auf morgen verschwunden wären.
    Wer sich Antje Kösters Vorschläge gerne mal selbst durchlesen möchte kann das gerne über diesen Link hier tun....erst heute (nach dem HK interview) ganz frisch eingestellt

 

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