Alles nur geträumt

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Voll wurde es binnen weniger Minuten: der kleine Seitenraum in der Radfahrerhalle wurde schnell zu eng, um all die Menschen aufzunehmen, die sich plötzlich für unser Thema interessierten.
Nicht nur die angemeldeten Vertreter von CDU, FDP, FWG und Grünen waren erschienen sondern auch Frau Bürgermeisterin Köster, Frau Stadtverordnetenvorsteherin Maeder  und Herr Meik waren mit anwesend.

Nach den kurzen, einleitenden Worten ging es dann auch gleich richtig los:

Zu keinem Zeitpunkt hat die Frage des Verkaufes des Schwimmbades und einer nachfolgenden Bebauung zur Diskussion gestanden....dies allein schon deswegen, weil es sich bei diesem Gelände um eine Retentionsfläche handelt und somit gar nicht bebaut werden darf, so Frau Köster!

(Retentionsfläche = Überschwemmungsgebiet im Kontext der Hochwasserabwehr, Anm. d. Red)

Es kann sich sicher jeder vorstellen, wie groß die Fragezeichen in den Gesichtern der Anwesenden waren. Und da natürlich niemand über eine Kopie des Antrages der SPD Fraktion im Hattersheimer Rathaus spontan verfügte,  blieb eben nur die Rückfrage mit Verweis auf den Artikel des Höchster Kreisblattes mit der Überschrift: "Gehen die Hattersheimer baden?"  oder eben jenem zweiten Artikel "Was wird aus dem Freibad?", in dem SPD Fraktionsvorsitzender Neuhaus über die mögliche Bebauung dieses Geländes referiert.

Und das alles soll jetzt nicht wahr gewesen sein?
Eine fehlerhafte Darstellung der Presse?
Ein Redakeur der FNP der hier allem Anschein nach wiederholt falsch berichtet?

Mitnichten: Pro-Hattersheim liegt die Drucksache 180 der Stadtverordnetenversammlung vor und stellt sie selbstverständlich hier zum Download zur Verfügung. Und natürlich steht hier exakt der Text, den der Redakteur der FNP in seinem Artikel auch so zitiert hat.

Liebe Genossinen und Genossen, was bitte soll das alles?
Wollten Sie 26.000 Bürger einer Stadt über die Presse gezielt mit falschen Informationen füttern?
Oder ist hier einem Fraktionsvorsitzenden einfach NUR der Gaul durchgegangen?
Oder (und das erscheint deutlich wahrscheinlicher) ist es vielleicht nur die Vorbereitung auf das, was hinter verschlossenen Türen in der SPD-Fraktion tatsächlich diskutiert wird?

Über die Glaubwürdikeit solcher Aktionen mag sich bitte jeder selbst ein Bild machen...so jedenfalls wird man Engagement und Unterstützung seitens der Bürger ganz schnell beerdigen. Aber auch das mag ja unter Umständen Teil des Kalküls sein.

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Kommentare

Ich war auch gestern Abend vor Ort und habe den Mund vor Staunen nicht mehr zu bekommen. Man fragt sich doch, warum so ein Antrag überhaupt gestellt wird, wenn man sich dann später von dem Inhalt distanziert?
Mir fallen drei Möglichkeiten ein:
1. Der  Antrag hat Reaktionen hervorgerufen, die  nicht einkalkuliert waren. Also muss jetzt zurück gerudert werden.  Das fällt dann unter das Motto "Die Geister die ich rief".
2. Der Antrag wurde  extra als worst-case- szenario gestellt, weil man wusste, dass die Zeitung darüber schreiben wird und sich  die Leute so auf das Schlimmste gefasst machen können. Dazu fällt mir ein: Niemand hat die Absicht......
3. Oder hier gehts ums politische Taktieren. Man braucht nicht die Katze aus dem Sack zu lassen und nicht direkt um mehr  Hilfe der Bürger  zu bitten. Sondern man nutzt einfach einen Scheinantrag als Instrument, um die Leute wachzurütteln. Das möchte  ich mir aber  lieber nicht vorstellen, wenn ich an die vielen Kinder denke, die sich bereits eingesetzt haben. Das wäre wirklich ein Skandal.
Es ist an der Zeit, dass die SPD das aufklärt. Oder sollen schon die Kinder lernen, dass man der Poltik besser nicht glauben sollte.

By Hummel