Der Prüfbericht des Magistrats

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Freibad: Noch viele Fragen offen!

So lautetet der Titel des Berichtes von HK Redakteur Becht zur vorgelegten Antwort des Magistrates zum Prüfantrag der SPD Fraktion.

Ja, beim ersten Lesen dieses Berichtes fällt nur eines wirklich auf: Der usrpüngliche Auftrag, einen "umfassenden Bericht über die Einsparpotenziale beim Hattersheimer Freibad vorzulegen, scheint hier gründlich verfehlt worden zu sein!

Die ersten 1 1/2 Seiten beschränken sich auf reine Darstellungen der Vergangenheit des Freibades, den vorgenommenen Sanierungsmaßnahmen und den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II. Auf Seite 2 geht es dann mit dem "Ergebnis nach Prüfung der Varianten" weiter....doch wer hier davon ausgeht, eine entsprechende Kalkulationgrundlage oder gar einen echten "Business-Plan" vorzufinden, der hat weit gefehlt.  
Die Privatisierungsoption stellt per se eine mehr als fragwürdige Option dar; hier hätte sicher ein einziger Satz gereicht: Binsenweisheiten muss man kaum kommentieren.

Die Option des Verkaufes, der möglichen Bebauung in der Retentionsfläche wird da schon ausführlicher beschrieben...und stellt somit, zumindest nach Aussage der ersten Stadträtin, auch keine Option dar. Natürlich auch hier kein Zahlenwerk zu den möglichen Kosten als Park- und Grünfläche.

Das wirklich einzige, den Anforderungen des ursprünglichen Auftrages halbwegs gerecht werdende Zahlenwerk ist unter Punkt 3 "Fortbestand des Schwimmbades nur für Nutzung durch Babys und Kleinkinder" ersichtlich; hier allerdings gleich mit dem Angebot eines Lieferanten für Schwimmbadtechnik hinterlegt.

Soweit zum Bericht im HK und soviel bei flüchtiger Betrachtung dieses "Werkes" der ersten Stadträtin!

     

Der einzig wirklich interessante Satz in all der vielen Prosa verliert sich aber wohl für die meisten Leser:

"Weiterhin könnten die Flächen ggf. für naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen genutzt werden, die durch andere Bauvorhaben im Stadtgebiet erforderlich werden können."

Ja, und genau dies ist der Punkt auf den es ankommt: Das Schwimmbad schließen, ein Biotop anlegen, Streuobstwiesen oder Aufforstung durchführen (kleines Beispiel auf dieser Seite) und schon kann es mit den neuen Baugebieten weiter gehen.

Schließlich wartet ja noch die Erweiterung des "Bebauungsplanes N91 Schokoladenfabrik" in westlicher Richtung. Und da die Flächen heute landwirtschaftlch bzw forstwirtschaftlich genutzt werden, muss eben die Ausgleichfläche her. Doch woher nehmen?
Recht simpel: Nehmen wir einfach die Retentionsfläche Schwimmbad, machen ein Ausgleichgebiet daraus und schon darf  auch das letzte Eckchen Hattersheim zubetoniert werden. 


Und Hessenwasser als Betreiber der noch intakten Brunnen an der Wasserwerkchaussee stört das auch nicht: Das Wasserschutzgebiet ist aufgehoben, die Brunnen abgeschaltet. Und die paar kleinen "Kollateralschäden" wie z.B. die Unmöglichkeit, auf dem Okrifteler Friedhof noch eine Sargbestattung durchführen zu können müssen die Bürger  eben in Kauf nehmen.

So, und schon passt auch dann die Aussage von Antje Köster ins Bild, die nach Aussagen der jungen Facebook Mitglieder beim Abi-Ball gesagt haben soll: "Das Schwimmbad wird erst geschlossen wenn das Land Hessen das aufgrund fehlender Geldmittel anordnet. Aber das ist frühestens in 5 Jahren der Fall!"

Jetzt wird klar, woher Frau Köster auf einmal prophetische Eigenschaften hat, wo sie doch sonst normalerweise von alledem nichts weiß

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