Schnick: Kein Besichtigungstermin der Stadthalle für BI-P-H

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Mit einigem Erstaunen hat die Bürgerinitiative Pro-Hattersheim die Entscheidung der Ersten Stadträtin Karin Schnick zur Kenntnis genommen, dass die erbetene Ortsbegehung der Stadthalle durch die Baudezernentin untersagt wurde.

Worum geht es?
Nach den Plänen der Stadtverwaltung soll die Stadthalle abgerissen und das Gelände an Investoren verkauft werden, um damit
a) die angeblichen 424.000,- € jährlichen Zuschussbedarfes der Stadt zu beenden und damit die Zulassung zum kommunalen Rettungsschirm zu erreichen
b) die Notwendigkeit der Modernisierung und der über Jahre überfälligen Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen endgültig zu streichen, um aus einem gedachten, eventuellen Erlös durch den Verkauf des Grundstückes am Karl-Eckel Weg die notwendigen Kosten für den geplanten Umzug der Stadtverwaltung in den Posthof / Nassauer-Hof zu finanzieren.

Die Bi Pro-Hattersheim hatte ja bereits recht eindeutig nachgewiesen, dass die von Karin Schnick vorgelegten Berechnungen zur Sanierung und Modernisierung der Stadthalle mit einem Gesamtvolumen von 7,2 Millionen Euro eher bewusst nach oben korrigierte  Zahlenwerke sind als das sie den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen.

Dies fängt bei der Berechnung des umbauten Raumes bereits an, bei dem Karin Schnick auf den Wert von 9.200m3, die Bauingenieursgesellschaft B&S in ihrer Expertise aber zu 14.300m3 umbauten Raumes kommt.

Dies geht weiter über eine gebetsmühlenartig vorgetragene, angeblich unerlässliche energetische Sanierung der Stadthalle gemäß den Richtlinen der ENEV 2009, obwohl es dort eben auch die Ausnahmeparagraphen wie z.b. §25 ENEV gibt, der den Besitzer eines solchen Bestandsbauwerkes durchaus von der Verpflichtung der energetischen Sanierung freistellen könnte, wenn er nur den Antrag ausfüllt und auf die Reise schickt.  Dies scheint aber nicht im Interesse der Stadt zu sein.

Basierend aber auf diesem falschen Zahlenwerk beruhen dann alle bisherigen Vorlagen des Magistrates und der daraus resultierenden Kostenprognosen. (Wer gerne mal selbst die Grunddaten der Stadthalle nachrechnen möchte nimmt diesen Link und ein einfaches Geodreieck und misst anhand des unten eingeblendeten Maßstabes mal selbst nach!  Und wer sich bei der Kreisberechnung und seiner Grundfläche unsicher ist dem geben wir auch hier noch eine ganz einfache Überprüfbarkeit...Werte eintragen und rechnen lassen....so einfach kann es heute sein )

Das aber die Vorgehensweise mit den falschen Zahlen der Ersten Stadträtin durchaus System hat, wird spätestens dann klar, wenn man sich die resultierenden Abrisskosten errechnet: Gibt Karin Schnick hier tatsächlich 30 € pro m3 an (alle bislang involvierten Abriss und Entsorgungsunternehmen sowie Architekten schenken diesen Zahlen maximal ein mildes Lächeln) so kommt selbst die Ingenieursgesellschaft B&S im Jahr 2004 auf ganz deutlich höhere Kosten (180 € pro m2 Grundfläche)

Wenn man aber mit solch falschen Zahlen operiert um eine möglichst gute Argumentation für den Abriss zu haben und dies aufgrund der vorgelegten Zahlen auch noch als Gewinn für die Stadt darzustellen versucht, für den ist es natürlich absolut unpassend, wenn sich ein kleiner Teil der eigentlichen Inhaber dieser Stadthalle, der Hattersheimer Bürger, hier zu Wort meldet und gerne den angeblich so "desaströsen Zustand" der Stadthalle selbst in Augenschein nehmen möchte...um sich ein Bild über solche Fragen wie Karbonisierungsgrad des verwendeten Betons, der Verwendung von Spritzasbest in der Heizungs - und Lüftungsanlage, der Verwendung von PCB gekühlten Transformatoren oder der Wertlosigkeit der alten Heizungs - und Lüftungsanlage machen zu können. Viel zu schnell könnte sich ja dann herausstellen, das die 7,2 Millionen €  angeblich notwendiger Sanierungskosten plötzlich deutlich weniger werden und sich dadurch ein Konzept zum Erhalt der Stadthalle für Hattersheim ergeben könnte.... aber genau das gilt es aus Sicht der beiden First Ladies Hattersheims natürlich zu verhindern!

Offensichtlich aber wird das Faktum, das hier nicht nur gegen das berechtigte Interesse von engagierten Hattersheimer Bürgern und somit auch Miteigentümern der Stadthalle verstoßen wird, sondern das diese Politik den Interessen vieler Hattersheimer Vereine diametral entgegen steht.

Ob sich ein CCM, FCE, L`esperance oder die vielen anderen, hier nicht genannten Vereine mit einer solchen Vorgehensweise einverstanden erklären können darf bezweifelt werden.
Ganz sicher aber ist es politischer Stil auf unterstem Niveau...aber vielleicht irren wir uns ja auch und Karin Schnick gehört die Stadthalle ganz alleine? 

 

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